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Notfall-Medikamenteninformationen: Was Rettungskräfte über Sie wissen müssen

Wenn Sie nach einem Unfall bewusstlos sind, müssen Sanitäter wissen, was Sie einnehmen. So richten Sie Ihre Notfall-Medikamenteninformation richtig ein.

MMedRemind EditorialApr 28, 20264 Min. Lesezeit8 AufrufeEditorial review
Notfall-Medikamenteninformationen: Was Rettungskräfte über Sie wissen müssen

Das 60-Sekunden-Problem

Sie haben einen Autounfall. Sie sind bewusstlos. Sanitäter treffen ein und müssen schnelle Behandlungsentscheidungen treffen: Was dürfen sie Ihnen geben, was nicht, welche Vorerkrankungen müssen sie berücksichtigen? Etwa 60 Sekunden, um kritische Informationen zu sammeln.

Wo suchen sie? Können sie finden, was sie brauchen? Für die meisten Menschen ist die ehrliche Antwort: Nein. Die Medikamentenliste liegt in einer Schublade zu Hause. Die Allergieinformation steckt in einer Patientenakte der geschlossenen Arztpraxis. Das Einrichten zugänglicher Notfall-Medikamenteninformationen dauert etwa 15 Minuten und kann lebensrettend sein.

Was Sanitäter zuerst suchen

1. Medizinischer Notfallschmuck

Das Erste, was geschulte Rettungskräfte prüfen: Handgelenk und Hals. Notfallarmbänder und -ketten sind die schnellste Art, kritische Informationen zu übermitteln. Sie benötigen keinen Strom, kein Passwort und keine Technologie. Für Menschen mit lebensbedrohlichen Allergien, Diabetes, Epilepsie oder Gerinnungshemmern bleibt Notfallschmuck der Goldstandard.

2. Medizinische Notfallinformation auf dem Smartphone

Smartphones haben eine eingebaute Notfallinformation, die ohne Entsperren zugänglich ist. Bei Android über "Notruf" auf dem Sperrbildschirm, beim iPhone über den Notfall-SOS-Bildschirm. Wenn Sie das nicht eingerichtet haben, ist Ihr Telefon für Rettungskräfte eine verschlossene schwarze Box.

3. Notfallkarte in der Geldbörse

Altbewährt und wirksam: Eine gedruckte Karte mit Medikamenten, Allergien, Erkrankungen und Notfallkontakt. Hinter dem Personalausweis oder Führerschein platzieren.

Medizinische Notfallinformation auf dem Telefon einrichten

Android

  1. Einstellungen öffnen
  2. "Sicherheit und Notfall" (oder "Medizinische Informationen" suchen)
  3. Name, Blutgruppe, Allergien, Medikamente, Erkrankungen, Organspendestatus eintragen
  4. Notfallkontakte hinzufügen
  5. Testen: Telefon sperren, Sperrbildschirm öffnen, "Notruf" antippen, dann "Medizinische Informationen"

iPhone

  1. Health-App öffnen
  2. Profilbild antippen, dann "Notfallpass"
  3. "Bearbeiten" und Informationen eintragen
  4. "Im Sperrzustand anzeigen" aktivieren
  5. "Bei Notrufen teilen" aktivieren

Was eintragen?

FeldWas eintragenWarum es wichtig ist
MedikamenteName und Dosierung jedes MedikamentsVerhindert gefährliche Wechselwirkungen bei der Behandlung
AllergienMedikamentenallergien mit ReaktionstypVerhindert Anaphylaxie
ErkrankungenDiabetes, Epilepsie, HerzerkrankungenÄndert Behandlungsprotokolle erheblich
Notfallkontakte2-3 Personen mit TelefonnummernFür weitergehende Informationen und Entscheidungen

Das Aktualisierungsproblem

Die meisten richten die Notfallinformation einmal ein und aktualisieren sie nie. Veraltete Information kann schlimmer sein als keine Information. Regel: Jedes Mal, wenn sich Ihre Medikamentenliste ändert, aktualisieren Sie Ihre Notfallinformation. Wenn Sie Ihre Medikamentenliste aktuell halten, ist das eine 2-Minuten-Aufgabe.

Reisen und Notfallinformation

Im Ausland wird Ihre elektronische Gesundheitskarte nicht gelesen. Führen Sie eine gedruckte Medikamentenliste in Englisch mit: Wirkstoffnamen (nicht Markennamen, die international variieren), Dosierungen und Diagnosen. In MedRemind können Sie einen Medikamentenbericht exportieren, der genau diese Informationen enthält. Bei Flugreisen: Medikamente im Handgepäck, nicht im Koffer. Ein ärztliches Attest für verschreibungspflichtige Medikamente (besonders Opioide, Psychopharmaka, Insulinspritzen) vermeidet Probleme am Zoll.

Besondere Risikopatienten

Manche Erkrankungen erfordern besonders gut zugängliche Notfallinformationen. Patienten mit schweren Allergien (Anaphylaxie-Risiko) sollten neben dem EpiPen auch eine Notfallkarte tragen. Diabetiker mit Insulin benötigen schnelle Information, da Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit verwechselt werden kann. Patienten mit Gerinnungshemmern (Warfarin, Eliquis, Xarelto) bluten bei Verletzungen stärker und länger. Epileptiker brauchen Information über Medikamente und Anweisungen, wie Umstehende bei einem Anfall reagieren sollen.

Ihre Notfallkontakte müssen Bescheid wissen

Jemanden als Notfallkontakt zu benennen ist Schritt eins. Sicherzustellen, dass diese Person Ihre medizinischen Informationen kennt, ist Schritt zwei. Führen Sie das Gespräch einmal und senden Sie eine schriftliche Zusammenfassung. Aktualisieren Sie bei Änderungen. Ihre Notfallkontakte sollten wissen: welche Medikamente Sie einnehmen, wo Ihre Medikamente zu Hause aufbewahrt werden, welche Allergien Sie haben und wer Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt ist.

Häufig gestellte Fragen

Prüfen Sanitäter wirklich die Notfallinformation auf dem Telefon?

Ja. Die Prüfung der Smartphone-Notfallinformation ist Teil der modernen Rettungsausbildung. Dennoch keine Garantie in jeder Situation (chaotische Unfallstelle, beschädigtes Telefon). Deshalb lohnen sich Backup-Methoden wie Notfallschmuck und Brieftaschenkarte.

Ist es sicher, medizinische Informationen auf dem Sperrbildschirm zu haben?

Der Notfallpass zeigt nur die Gesundheitsinformationen, die Sie ausdrücklich eintragen. Das Risiko, dass ein Fremder sieht, dass Sie Metformin nehmen, ist deutlich geringer als das Risiko, dass Sanitäter im Notfall nichts über Ihre Medikamente wissen.

Wie oft sollte ich meine Notfallinformation aktualisieren?

Bei jedem Medikamentenwechsel, jeder neuen Diagnose, jeder Änderung der Notfallkontakte. Ein praktischer Rhythmus: Aktualisieren Sie alle drei Monate oder bei jeder Änderung Ihres Medikamentenplans. Setzen Sie sich eine wiederkehrende Erinnerung dafür.

Was ist mit medizinischen QR-Code-Armbändern?

Moderne Notfallarmbänder tragen oft einen QR-Code, der zu einem Online-Profil mit Ihren Gesundheitsinformationen führt. Der Vorteil: mehr Platz für Details als auf einer gravierten Plakette. Der Nachteil: Sie benötigen ein funktionierendes Smartphone und Internetverbindung zum Scannen. Als Ergänzung sinnvoll, als alleinige Lösung nicht zuverlässig genug.

Ich nehme nur ein einzelnes Medikament. Brauche ich trotzdem einen Notfallpass?

Ja, besonders wenn dieses Medikament ein Gerinnungshemmer, Insulin, ein Antiepileptikum oder ein Immunsuppressivum ist. Selbst ein einzelnes Medikament kann Behandlungsentscheidungen im Notfall grundlegend verändern. Ein Sanitäter, der weiß, dass Sie Warfarin nehmen, wird bei einer Kopfverletzung sofort eine Computertomografie veranlassen, während ohne diese Information wertvolle Zeit verloren gehen kann.


Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenden Sie sich bei Fragen zu einer Erkrankung oder einem Medikament immer an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.


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